Rogaland
Von keiner anderen Stadt Norwegens sind so viele unterschiedliche Klettergebiete zu erreichen wie von Stavanger in der Provinz Rogaland. Der Gandsfjord zwischen Sandes und Stavanger bildet die Trennlinie zwischen der flachen, landwirtschafltichen genutzten Küstenlandschaft Jaeren und den benachbarten, felsigen Berggebieten, die aus Gneis und Granit bestehen.
Die Klettergeschichte im Distrikt ist sehr kurz. Nach dem Auftakt, einer ersten langen Route von Nils Englstad 1979 im Gebiet von Tau, war 1980 das erste große Kletterjahr. Tau bekam damals seine ersten, harten Wandrouten und gleichzeitig wurde die Täler Espedalen, Oltedal, Gyadalen und - nicht zu vergessen - der Lysefjord wohlverdient auf die Kletterkarte gesetzt. Einige Briten - wer sonst? - leisteten auch hier im hohen Norden Bergsteiger-Pionierarbeit. ihr Verdienst war es, daß der steilen Dirdalswand jeweils im Frühjahr 1981 und 1982 solche Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Eis- und Wasserfallkletterer werden speziell im Hunnedalen fündig.
Übersicht über die Hauptgebiete:
Taufeltet (am See Tysdalsvatnet):
glatter, unbewachsener Fels mit Rissen, Vorsprüngen und Überhängen, südseitig exponiert, 8-16 Seillängen, bisher etwa 14 Routen. Einstieg 50 Min. mit Fähre.
Oltedal:
5-6 Klettergebiete, 2-8 Seillängen, etwa 16 eigenständige Routen, 40 Autominuten von Stavanger.
Espedalen:
Überwiegend Wandklettereien, 6-12 Seillängen, ca. 6 Routen, meist südlich exponiert, 60-80 Minuten mit der Fähre von Stavanger, 15-40 Minuten Anmarsch zu den Einstiegen.
Dirdal:
Wand- und Rißklettereien, 4-5 Seillängen, 8 Routen, 50 Minuten von Stanger, 10 Minuten Anmarsch zu den Einstiegen.
Gyadalen:
Pfeiler, Wände, Vorsprünge, 5-15 Seillängen5 Routen, 90 Minuten von Stavanger, 5-40 Minuten Anmarsch zu den Einstiegen.
Hunnedalen:
Gigantische Granitmauer mit Rissen und Pfeilern, 5 Routen mit 10-15 Seillängen, 70-80 Minuten von Stavanger, 15-30 Minuten Anmarsch zu den Einstiegen.
Das Ende dieser Liste bedeutet nicht das Ende der Klettermöglichkeiten. Das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft, auch Sportkletterer kommen hier nicht zu kurz. In Dale bei Sandes oder in Brusand am Südende von Jaeren findet sich eine große Zahl von 10-30 Meter hohen, sehr steilen Routen.
(Nils Englstad)
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